Kulturgeschichte der Auktion


Auktionen wurden schon vor Jahrtausenden als ideale Möglichkeit angesehen, den besten Preis zu erzielen. Preise sind das Ergebnis von Angebot und Nachfrage - aber nur im Auktionssaal treffen die Interessen von Käufer und Verkäufer so unmittelbar aufeinander. Neben der Qualität der Objekte und dem richtigen Publikum spielt auch das Glück bei Auktionen eine Rolle. Ob ein Interessent tatsächlich die Hand zum Gebot hebt, kann von den verschiedensten Umständen abhängen. Es gibt eine Vielzahl von Einflüssen, wie z. B. die Stimmung eines Sammlers an einem bestimmten Tag, seine finanzielle Situation oder einfach ein


“Versteigert wurde schon im alten Rom”


anderes Objekt, das zwischenzeitlich interessanter erscheint. Viele Einflüsse wirken sich auf die Ergebnisse bei Auktionen aus und geben Anlass zu rätseln, warum etwas so hoch oder vielleicht gar nicht beboten wurde. All das ändert aber nichts am genialen Prinzip von Auktionen.

Versteigert wurde schon im alten Rom. Das Wort “Auktion” leitet sich vom lateinischen “auctio” ab, was so viel wie Vermehrung bedeutet. Römische Auktionen liefen praktisch nach den gleichen Regeln ab, wie wir sie heute noch kennen. Es gab schriftliche Verlautbarungen, quasi die ersten Vorläufer unserer heutigen Kataloge. Es wurden Aufschläge verrechnet und Steuern erhoben, Rechnungen ausgestellt und es gab sogar schon Ausfuhrverbote für wichtige Kunstwerke. Nach Feldzügen wurden regelmäßig Auktionen abgehalten, die Kriegsbeute gleich “subhasta”, also unter der Lanze, versteigert und dann im Triumphzug durch die Straßen Roms getragen. Auktionen fanden üblicherweise im atrium auctionorum statt.

Selbst im finsteren Mittelalter gab es Auktionen. Später, im England des 17. Jahrhunderts, wurde eine Kerze zum Maß aller Dinge. Man zündete sie - meist in einem der Kaffee-Häuser rund um den Covent Garden - an. Den Zuschlag erhielt das zuletzt aufgerufene Gebot, ehe die Kerze erlosch. Den Zufälligkeiten, denen dieses Verfahren ausgeliefert war, versuchten schlaue Bieter zu entgehen. Sie hatten beobachtet, dass sich der Rauch unmittelbar vor dem Erlöschen verändert und wussten daher genau, wann sie bieten mussten. In den Niederlanden brach zur gleichen Zeit ein regelrechtes Versteigerungsfieber aus. Nicht nur Kunsthändler, Sammler und Maler, auch Handwerker und Bauern beteiligten sich an Auktionen. Es hat heute den Eindruck, als habe damals jeder mit Bildern spekuliert. Es wird berichtet, Rembrandt sei von Auktionen geradezu besessen gewesen.

Heutzutage ist die Auktion für jeden eine interessante Gelegenheit, seine Kunstgegenstände und Antiquitäten veräußern zu lassen oder solche zu erwerben. Wer einmal vom Auktionsfieber erfasst wurde, den lässt es häufig nicht mehr los. Wagen Sie doch einmal den ersten Schritt!


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